Alte Meister der Reitkunst

Alois Podhajsky

Alte Meister | Kristina Conrädel  | 06.04.2017

Anfang des 20.ten Jahrhunderts brechen bewegte Zeiten für Europa an. Auf den 1. Weltkrieg folgt die Finanzkrise, Massenarbeitslosigkeit macht dem Volk zu schaffen und schließlich entbrennt der 2. Weltkrieg. Auch an der Spanischen Hofreitschule in Wien geht diese Zeit nicht spurlos vorüber, die Pferde müssen sogar für eine lange Zeit evakuiert werden. In diesen schwierigen Zeiten, die schwerwiegende Entscheidungen fordern, leitet ein ganz besonderer Pferdemensch die Ausbildung der Wiener Lipizzaner: Alois Podhajsky.

"Vergleichende Würdigung der Reitsysteme"...

Reitsysteme

Alte Meister | Thyl Engelhardt  | 23.06.2017

...ein zufälliges Schlüsselwerk zur deutschen Reittradition?

Bei der Suche nach Informationen über mögliche Einflüsse Bauchers auf Plinzner, und damit auf das Hauptwerk der deutschen Reiterei ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts, "Das Gymnasium des Pferdes", stieß ich zufällig auf ein kurzes Buch von Lauffer (damals Oberleutnant im 2. Württembergischen Dragonerregiment), "Vergleichende Würdigung der Reitsysteme von Baucher, Fillis, Plinzner und der Instruktion zum Reitunterricht für die Kavallerie vom 31. August 1882", erschienen 1901, das mir vom Titel her interessant erschien. Was ich nach Ausleihen in der Zweigstelle Weihenstephan der Technischen Universität München vorfand, war jedoch aus zwei anderen Gründen so interessant, dass ich den Lesern der Hofreitschule etwas davon präsentieren möchte. Der erste Grund ist, dass sich das Büchlein von kaum 50 Seiten (basierend auf einem Vortrag des Autors vor Offizierskameraden) auch als ein historischer Abriss der Geschichte der deutschen Reiterei erwies – und zwar aus einer nun 110 Jahre alten Perspektive. 

Gustav Steinbrecht

Gustav Steinbrecht

Es ist Mitte des 19. Jahrhunderts. Baucher hat die Reitkunst in Frankreich verändert und Louis Seeger, einer seiner größten Kritiker, arbeitet in Berlin an der klassischen Dressur. Die Reiter interessieren sich zu dieser Zeit vorrangig für Jagden und das Showreiten. Davon abgesehen wird die überwiegende Anzahl der Pferde vom Militär genutzt. Die klassische Reitkunst, die Reitschulen und die weit ausgebildeten Dressurpferde sind in Deutschland ein wenig aus der Mode gekommen. In dieser Zeit lebt und arbeitet ein Schüler Seegers, der ein ganz besonderes Interesse für die Anatomie des Pferdes hegt – und der einiges verändern wird.