Ausbildung der Remonte - Anja Beran: Das Schenkelweichen

Schenkelweichen, Pferdeausbildung, Anja BeranErstes Schulterherein im Schritt – Vera Munderloh auf Luis Figo

Eine weitere Übung, die Koordination und Schenkelgehorsam fördert, ist das Schenkelweichen. Wir üben diesen einfachen Seitengang zunächst immer nur für ein paar Schritte an den langen Seiten. Dazu kürzen wir die Ecke ab und reiten schräg auf die Bande zu. Reiten wir Schenkelweichen beispielsweise von rechts nach links, dann treibt unser etwas zurückgenommener, rechter Schenkel seitlich.

Wir öffnen die rechte Hand nach rechts, dadurch macht sich unser Pferd in der rechten Ganasche hohl und weicht leichter nach links aus. Die öffnende Hand kann somit den seitlich treibenden Schenkel unterstützen. Der äußere, linke Zügel liegt ruhig am Hals an und begrenzt die äußere Schulter. Merke: Beim Schenkelweichen soll unser Pferd lediglich gestellt und nicht gebogen sein! Unser Gewicht verlagert sich wie immer in die Richtung,
in die wir reiten. Der äußere Schenkel sollte verwahrend anliegen, um die Hinterhand abzufangen. Wenn Ihr Pferd zunächst noch gar nicht von Ihrem rechten Schenkel wegtritt, dann legen Sie in diesem Fall den linken noch nicht zurück. Sie würden es nur irritieren. Macht es drei, vier Tritte seitlich, loben Sie es und lassen die Zügel ganz lang.
Reiten Sie das Schenkelweichen anfangs immer Richtung Bande, das erspart Ihnen viel Handeinwirkung und das Pferd lernt, sich selbst auszubalancieren. Mit dem Schenkelweichen können Sie ganz gezielt jedes diagonale Beinpaar des Pferdes fördern.
Bemerken Sie zum Beispiel, dass Ihr Pferd hinten rechts weniger aktiv ist als hinten links, so sollten Sie häufig Schenkelweichen von rechts nach links reiten. Sie stärken dadurch dieses Bein und aktivieren es.


Auszug aus dem Buch "Aus Respekt"

Anja Beran

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Kosmos Verlag

 

ISBN-10: 3440152529
ISBN-13: 978-3440152522

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