Das Herz schlägt fürs Pferd – Die HeartMath Methode

Pferde, die einander mögen, richten den Herzrhythmus aufeinander aus.Pferde, die einander mögen, richten den Herzrhythmus aufeinander aus. / Foto: Alina Baurichter

Ausbildung | SK 

Reiten ist mehr als nur Sport. Reiten ist Harmonie zwischen Mensch und Tier. Reiten ist eine Herzensangelegenheit. Jeder Pferdeliebhaber weiß: Pferde spüren unsere Launen und Gedanken. Intuitiv reagieren sie auf unser Verhalten. Oftmals tritt schon beim bloßen Kontakt mit den Vierbeinern ein Gefühl der Entspannung ein. Eine Eigenschaft, die vor allem in der Hippotherapie genutzt wird. Doch auch in der täglichen Arbeit mit den Pferden und im Sport kann diese Gabe Pferd und Reiter auf einen erfolgreichen Weg leiten. Dass unser Herz dabei eine ganz besondere Rolle spielt, erforschten Wissenschaftler des HeartMath Instituts in Boulder Creek in Kalifornien.

Umgeben von einem elektromagnetischen Feld, beeinflusst unser Herz in einem Radius von circa zwei bis drei Metern seine Umwelt. Beim Pferd liegt der Radius sogar bei zehn bis 15 Metern. Aber wie wird dieser Einfluss gemessen? Für das, was viele spirituelle Methoden schon über Jahre zu wissen schienen, entwickelte das HeartMath Institut seine eigene Technik. Mithilfe eines Sensors am Ohrläppchen wird über den Puls die Herzfrequenz ermittelt. Die Biofeedback-Geräte emWave oder Inner Balance ziehen daraus die Herzratenvariabilität (HRV). Anhand des aufgezeigten Musters lässt sich deutlich erkennen, wie sich der Herzrhythmus verändert. Emotionen wie Stress oder Ärger führen zu einer unregelmäßigen bis chaotischen Kurve. Ziel ist es eine gleichmäßige auf und abschwingende Kurven zu beobachten - dann ist die sogenannte Herzkohärenz erreicht. Dieser Zustand bezeichnet ein positives und kraftvolles Herzgefühl. Doch wie kann der Mensch sein Herz so steuern, dass es zur Kohärenz kommt? Die Lösung scheint ganz einfach: Atem- und Fokussierungsübungen. Während der Mensch mithilfe dieser Übungen zur Kohärenz gelangt, besitzen Pferde tendenziell einen eher kohärenten Herzrhythmus. Diese Eigenschaft ist, laut den Wissenschaftlern des Instituts, der Grund für das Wohlbefinden der Menschen in der Nähe des Pferdes. Aber auch anders herum wirkt Kohärenz beim Menschen positiv auf das Pferd. In den Versuchen des HeartMath Instituts reflektierten die Pferde die Gefühle des Menschen, der ihnen gegenüber trat. Dabei spielte es keine Rolle, ob das Pferd die Person kannte. Sie passten sogar ihren Rhythmus an den des Menschen an. Bei Reitern, die mittels Fokussierung ihren Herzrhythmus in die Kohärenz brachten, suchten die Pferde eher die Nähe. Eine weitere Erkenntnis: Pferde, die einander mögen, richten den Herzrhythmus aufeinander aus. Bei Pferden, die einander gleichgültig waren zeigten sich hingegen unterschiedliche Rhythmen.

 

Pferde reflektieren die Gefühle des Menschen / Foto: Tierfotografie Jandke

 

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