Gemeinsamkeiten der Alten Reitmeister

Julika Tabertshofer Alte Meister im Licht der Moderne Pferdebuch, klassische Reitkunst, Barockreiten

Zu Zeiten der Renaissance und des Barock war die Reitkunst kein Sport, sondern vielmehr Kunst und  Wissenschaft. Die Kunst muss immer den Gesetzen der Natur folgen, da sie sonst künstlich und unbrauchbar würde, im schlechtesten Fall sogar schädlich. Auf die Pferdeausbildung bezogen bedeutet dies, dass man immer nur herausarbeiten, veredeln und abrufbar machen kann, was auch von Natur aus im Pferd schlummert und was es beim freien Spiel auch von selbst zeigen könnte. Lektionen wie Piaffe, Passage, Terre-à-terre, Pirouetten, Spanischer Schritt oder auch sämtliche Schulsprünge kann man alle in roher Form bei frei laufenden Pferden beobachten, meist eher bei Pferden mit viel Energie und ganz besonders bei Hengsten. Unnatürliche, künstliche Tricks sollte man den Tieren nicht abverlangen, um sich nicht an der Natur zu vergehen, denn das wäre meist nur mit Gewalt zu erzwingen und die Ausführung möglicherweise schädlich für das Pferd.

Warum klassisch-barock ?

klassisch-barocke Reitweise, Barockreiten

Barockreiten | Andrea Lipp 

Viele Reiter stellen sich die Frage was eigentlich klassisch-barockes Reiten ist und worin der Unterschied zur sogenannten herkömmlichen englischen Reitweise besteht. Vorab lässt sich sagen, dass die theoretischen Grundlagen beider Ansätze sich sehr ähneln. So bilden Reiter beider Disziplinen Ihre Pferde gemäß FN Skala der Dressurausbildung aus. Sie lehren den gleichen reiterlichen Sitz und vom Prinzip sind auch die verwendeten Hilfen die selben.

Worin unterscheidet sich aber die klassisch-barocke Reitweise?

Sisi - die Kaiserin im Sattel

Sisi Kaiserin, Damensattel

Barockreiten | Martin Haller 

„In vielen Sätteln gerecht“

Die Redensart ist seit dem 16. Jahrhundert belegt und meint eigentlich, dass man auf jedem Pferd reiten kann. „Gerecht“ hat hier noch die alte Bedeutung „richtig“. Im gleichen Bilde bedeutet auch „sattelfest sein“ nichts anderes, als eine Sache gut zu beherrschen. Man weist damit auf jemanden hin, der auf verschiedene Arten gut reiten kann, sich auf unterschiedlichen Pferden behauptet bzw. sich ihnen anpassen kann.

Das Talent der Sisi

Woher Talent in einem Menschen kommt, ist oft schwer erkennbar. Manchmal ist es ein genetischer Sprung von einem oder mehreren Vorfahren auf den Empfänger der Fähigkeit; es kann aber auch unverhofft auftreten. Bei Sisi dürfte es sogar von beiden Seiten ihrer Familie auf sie gekommen sein, einmal von der Großmutter und einmal vom Vater.