Der neue Feind: die Hyalomma-Zecke

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Parasitologen sind beunruhigt: Die in Europa bekannten und ansässigen Zeckenarten haben Zuwachs erhalten – die Hyalomma-Zecke. Eine tropische Riesenzecke, die sich gerade anschickt, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich heimisch zu werden. Die Gattung, die üblicherweise in Teilen Asiens und Afrikas sowie einigen Regionen Südosteuropas verbreitet ist, hat sich – begünstigt durch den Klimawandel – auf den Weg nach Norden gemacht und ist seit 2007 in Deutschland. Viele Experten halten es für wahrscheinlich, dass die steigenden Temperaturen und insbesondere die milden Winter der vergangenen Jahre dazu geführt haben, dass sich die Hyalomma-Zecke auch in unseren Breiten endgültig etablieren konnte.

Hyalomma-Zecken sind deutlich größer als der gemeine Holzbock, einzelne Exemplare können bis zu zwei Zentimeter lang werden. Charakteristisch sind die gestreiften Beine, mit denen die Zecken schnell und aktiv auf ihre Beute zukrabbeln können. Hyalomma-Zecken übertragen zwar nicht FSME und Borreliose, können aber eine Reihe anderer gefährlicher Krankheitserreger in sich tragen – wie zum Beispiel das Thogot-Virus oder das West-Nil-Virus, vor allem aber auch das Krim-Kongo-Virus, das beim Menschen das schwere, bisweilen sogar tödliche Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber (CCHF) verursacht.

Hyalomma-Zecken tragen auch Bakterien namens Rickettsia aeschlimanii in sich, die eine Form von Fleckfieber auslösen können. Im Juli 2019 erkrankte ein Pferdehalter im Sauerland (Bundesland Nordrhein-Westfalen) an diesem Zecken-Fleckfieber, nachdem er von einer Hyalomma-Zecke gestochen worden war – es war der erste derartige Fall in Deutschland.

Die tropische Riesenzecke befällt in erster Linie größere Weidetiere wie Schafe, Pferde und Rinder – darum sollten Pferdehalter besonders aufmerksam sein und nach einem Ausritt nicht nur sich selbst, sondern auch das Pferd gründlich nach Zecken abzusuchen.

Zecken stechen Pferde mit Vorliebe an schwach behaarten, dünnhäutigen Körperstellen. Wer eine Zecke frühzeitig am Pferd entdeckt und entfernt, kann damit einer Infektion mit einigen Erregern vorbeugen. Denn: die meisten von ihnen brauchen etwa 24 Stunden, um vom Zeckendarm in den Blutkreislauf des Pferdes zu gelangen.

Zecken lassen sich am besten mit einer Zeckenzange oder spitzen Pinzette entfernen. Dazu fasst man die Zecke direkt an der Hautoberfläche und zieht, dreht oder hebelt sie langsam heraus. Dabei sollte man sie möglichst nicht quetschen. Wenn Teile der Mundwerkzeuge der Zecke stecken bleiben, ist dies in der Regel kein Problem. Der Körper stößt die verbliebenen Reste allmählich wieder ab.

Zeigt das Pferd nach einem Zeckenstich Veränderungen an der Haut oder Symptome einer möglichen Infektion, sollten Halter einen Tierarzt aufsuchen. Je früher eine gezielte Behandlung beginnt, desto besser sind die Genesungschancen.

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