Die Sache mit dem Futter

Jedes Tier hat einen Bioresonanzkörper, den man auch den individuellen Körper eines Lebewesens nennt. Als Besitzer des Tieres muss man darauf achten, dass dieser mit den Futterstoffen stets im Einklang steht. Die Nahrungsmittel sind dazu bestimmt, dem tierischen Organismus das Leben zu erhalten, ihm Nährstoffe zu geben, welche vom Organismus gebraucht werden, und somit Wärme erzeugen und geben zu können.

Inhaltsstoffe

Andere Länder, andere Sitten und Bräuche – das gilt auch in der Pferde-Fütterung. Die Fütterung variiert. Und weil dies so ist, sind auf dem Markt viele verschiedene Produkte im Angebot. In den letzten Jahren entwickeln sich die Futtermittelbranche und deren Produkt-Palette so schnell, dass viele Pferdebesitzer mit der Fülle einfach überfordert sind. Es ist schwer, das gesamte Angebot zu überblicken und das Richtige für das eigene Pferd zu finden.

 

Nährstoffe im Futtermittel

Der Nährstoffbedarf eines Pferdes ist unterschiedlich und richtet sich nach Alter, Rasse, Temperament, Arbeitsintensität und weiteren Faktoren. Deshalb ist es schwierig, Normen aufzustellen. Die im Futter enthaltenen Stoffe erfüllen verschiedene Funktionen. Wichtig ist dabei, dass sie ausreichend für den Organismus zur Verfügung stehen, damit die Stoffwechsel-Vorgänge optimal ablaufen können, und die Versorgung aller Strukturen und Organe gewährleistet ist. So wird gleichzeitig dafür gesorgt, dass keine gesundheitlichen Probleme eintreten. Im Einklang stehen folgende Nährstoffe:

 

Eiweiß

Sie sind die Bausteine der Zellen und somit des Körpers, welche zum Aufbau von Muskeln, Organen, und der Energiegewinnung dienen. Typische Eiweißfuttermittel: Milchpulver, Soja, Leinschrot, Leinkuchen, Luzerne.

 

Kohlenhydrate

Sie geben dem Körper Energie. Das heißt, je mehr Leistung am Pferd, um so mehr Energiebedarf wird benötigt. Leichte Zuckerbausteine sind: Zuckerrübenschnitzel, Melasse und ab und zu Stärke.

Wichtige Zuckerverbindungen: Monosaccharide – Glukose, Fruktose, Galaktose, Pentose

Disaccharide – Rohrzucker, Milchzucker

Polysaccharide – Stärke, Cellulose, Pentosane, Pektine, Fruktane

Wichtige stärkehaltige Futtermittel: Weizen, Mais, Gerste, Hafer

 

Fette und fettähnliche Stoffe

Lipide sind im tierischen Organismus von Bedeutung. Der Körper benötigt sie zum Speichern von Energie sowie zum Bilden von Reserven und für die Thermoregulation. Obwohl Pferde keine Gallenblase besitzen, können sie eine gute Fettverdauung vorweisen. Deshalb können der Fütterung Öle zugegeben werden.

 

Vitamine

Pferde benötigen Vitamine, nicht zuletzt zur Erhaltung des Stoffwechsels bei Ruhe, Arbeit und Stress. Sie sind organische Wirkstoffe für den Körper. Fehlen sie, kommt es zu Stoffwechselstörungen. Manche kann der Körper selbst herstellen, andere wie zum Beispiel Vitamin A, Folsäure und Vitamin E müssen dem Futter zugeführt werden bzw. über das Futter mit aufgenommen werden.

 

Mineralstoffe

Das Pferd benötigt von diesen Stoffen nur geringe Mengen zu seiner Ernährung. Sie regeln wichtige Stoffwechselvorgänge und sind lebensnotwendig. Bei Über- oder Unterversorgung kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Es sind die anorganischen Stoffe wie Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Chlor und Schwefel, welche die Puzzlesteine für den Erhalt des Organismus sind.

 

Spurenelemente

Hier vollbringen bereits kleine Stoffkonzentrationen große Wirkung auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Körper. Sie sind wie Vitamine und Mineralstoffe an der Steuerung lebensnotwendiger Stoffwechselvorgänge beteiligt. Eisen, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Selen, Fluor, Molybdän, Chrom, Zink sind unter anderen in Futterpflanzen enthalten.

Die Mengen- und Spurenelementversorgung von Pferden wird durch eine Reihe von Faktoren bestimmt – Pflanzenart, Pflanzenalter, gefütterter Pflanzenanteil, Düngung, Pflanzenstandort, spezifische Antagonisten, Verarbeitungsformen. Bei Über- oder Unterversorgung kommt es auch hier zu Mangelerscheinungen.

 

Wasser

Wasser ist genauso lebensnotwendig und der Grundstoff des Körpers. Der Organismus besteht zu fast 70 % aus Wasser. Dieser Anteil wird durch das Alter des Körpers und durch seinen Fettgehalt mitbestimmt. Viele Stoffwechselvorgänge sind vom Wasserbedarf abhängig und deshalb muss dies ständig zur Verfügung stehen.

 

Futtermittel

 

Raufuttermittel

Gras, Stroh, Heu, Heucobs, Silagen und andere Trockenprodukte.

 

Kraftfuttermittel

Getreide wie Hafer, Gerste, Hirse, Weizen, Weizenkleie, Dinkel, Roggen, Triticale, Luzernehäcksel, Mais sowie Bierhefe, Sojabohnen, Sojaschrot, Lein – Flachs, Tapioka, Grasgrünmehl, Mühlennachprodukte, Melasse, Malzkeime, Leinsamen, Öle, Müsli, Pellets, Mash.

 

Saftfuttermittel

Zuckerrübenschnitzel, Steckrüben, Äpfel, Mohrrüben, Rote Bete, Topinamburknolle, Wurzeln, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Maiskolben, Kirschen, Melone, Kürbis, Papaya, Brombeeren, Mango, Banane, Datteln, Pflaumen, Aprikosen, Weintrauben

 

 

Das Bestreben Pferde ausgewogen zu ernähren und sie mit allen wichtigen Elementen wie Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen versorgt zu wissen, kommt aus der Angst vor einer Unterversorgung. Ein Mangel eines Elementes kann bei einem Pferd schließlich zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Davor wollen Pferdebesitzer ihre Pferde schützen. Wichtige Mangelmerkmale kommen bei den Mineralstoffen und Spurenelementen unter anderem bei diesen Elementen vor:

  • Zink – Wundheilung, Schleimhautbildung, Fruchtbarkeit, Wachstum, Immunsystem, Fell- und Hautzustand, Hufzustand, Futterverwertung.
  • Kupfer – Pigmentierung, Fellstruktur, Blutbildung, Knochenbildung, Bindegewebe, Huffestigkeit.
  • Selen – Muskulaturschutz, Immunsystem, Fruchtbarkeit, Wachstum, Haarausfall

 

 

 

Zusatzstoffe im Futter

Die Genetik des Pferdes hat sich trotz Domestikation nicht wesentlich geändert. Und was das Überleben der Pferde sichert, ihre DNA, ist noch so wie vor Tausenden von Jahren. Genau das fällt uns jedoch scheinbar schwer zu glauben und dadurch wiederum entstehen viele Probleme.
Das Grundfutter und damit das Grundnahrungsmittel des Pferdes ist nach wie vor das Raufutter. Das gewährleistet, dass das Pferd überlebt. Hier muss unsere Priorität liegen, wenn es um das Futter für unsere Pferde geht. Qualität und Quantität müssen stimmen. Zusätzlich muss man erkennen, wie der Nährstoffbedarf, das Fressverhalten und die Lebensbedingungen des einzelnen Pferdes momentan sind. Nur wenn diese Aspekte berücksichtigt werden, sind wir in der Lage zu erkennen, was als Ergänzung zum Raufutter wirklich sinnvoll und von Nutzen oder nicht sinnvoll und überflüssig ist. Doch selbst wenn wir diese Parameter für unser Pferd einschätzen können, bleibt es schwierig, das perfekte Futter als Ergänzung zum Raufutter auszuwählen, da die verschiedenen Kraftfutter-, Zusatzfutter- und Müsli-Anbieter gerne auf das hinweisen, was unseren Pferden heute fehlt. Um eine Minderversorgung ihrer Pferde auszuschließen, achten Pferdebesitzer beim Futter-Kauf deshalb gerne auf die Liste der Inhaltsstoffe. Ein wichtiger Aspekt sind dabei die Zusatzstoffe im Futter. In der Futtermittelbranche braucht man fast eine Ausbildung, um die Sachverhalte bei der Deklaration zu verstehen. Wir Menschen machen es uns dabei heute wirklich schwer.

 

Natürlich weisen Futter-Hersteller gerne darauf hin, dass ihre Angebote ausgewogen sind. Doch was genau meint „ausgewogen“? Unter welchen Bedingungen und für welches Pferd sind diese Futter ausgewogen zusammengestellt worden? Für ein achtjähriges Pferd, das täglich zwei Stunden geritten wird? Für ein durchschnittliches Freizeitpferd? Für ein Warmblut in moderner Leichtbauweise? Oder für ein hypothetisches Pferd, das sowohl Haflinger wie auch Springpferd, Warmblut-Stute wie auch Vollblüter im Offenstall sein kann? Mit Sicherheit kann kein Futtermittel für alle Pferde eine ausgewogene Basis darstellen. Jedes Pferd muss individuell und spezifisch in seiner Situation, seiner Umgebung und seinem Gesundheits- und Trainingszustand angemessen gefüttert werden.

 

Mittlerweile sind viele Pferdebesitzer schon werbegeleitet und entscheiden die Fütterung für ihr Pferd nach einschlägiger Werbung. Aber Achtung: Zusatzfuttermittel sollten den Praxisalltag und den Praxistest bestehen. Die Wirkung sollte ersichtlich sein. Daraus erschließt sich der aktuelle Bedarf für den Organismus. Dieser sollte deshalb immer objektiv überprüft werden. Nach dem Motto: Viel hilft nicht unbedingt viel!

Die Futtermittelindustrie beruft sich bei der Herstellung ihrer Produkte auf ein allgemeines Futterrecht. Dort wird beschrieben, wie Futtermittel, Zusatzstoffe, Kennzeichnung, Verpackungen zu einem Produkt verarbeitet werden. Manche natürlichen Bausteine im Futter werden gegen billige hergestellte Bausteine ersetzt – aus Kostengründen. Hierbei geht es um Zusatzstoffe.

 

Wenn Zusatzstoffe zusätzlich einem Futter zugefügt werden, müssen diese zusätzlich bezahlt werden. Das sollten Sie wissen, um die Deklaration „Zusatzstoffe“ zu verstehen. Sind die Substanzen, die als Zusatzstoffe später zugefügt werden, bei der Verarbeitung im Futter erhalten geblieben, muss nichts weiter zugeführt werden. Das setzt aber in der Regel eine schonende Verarbeitung hochwertiger und daher oft hochpreisiger Basisware voraus. Werden die Zusatzstoffe dem Futter zugesetzt, wird das Futter durch kostensparende Herstellung dieser Zusätze günstiger für den Endverbraucher. Und das ist die Krux mit dem Futter und sehr verwirrend!

Zusatzstoffe sind im Sinne des Gesetzes Stoffe, einzeln oder in Zubereitungen, die dazu bestimmt sind, Futtermitteln zugesetzt zu werden, um

 

  • die Beschaffenheit der Futtermittel oder der tierischen Erzeugnisse zu beeinflussen,

  • den Bedarf der Tiere an bestimmten Nähr- und Wirkstoffen zu decken oder die tierischen Erzeugnisse zu verbessern, insbesondere durch die Einwirkung auf die Magen- und Darmflora oder die Verdaulichkeit der Futtermittel,

  • besondere Ernährungszwecke zu erreichen oder bestimmte zeitweilige ernährungsphysiologische Bedürfnisse der Tiere zu decken.

 

Nicht als Zusatzstoff gelten Stoffe, die im natürlichen Zustand und in üblicher Menge in Einzelfuttermitteln enthalten sind oder um bestimmte technologische, sprich chemische, Anforderungen zu erfüllen.

 

Eine große Rolle bei der Herstellung von Futtermitteln spielen inzwischen einige Hightech-Methoden in der Futtermittelindustrie. 2004 wurde durch die Bundesregierung bekannt gegeben, dass Gentechnik bei Zusatzstoffen gewährt wird. Enzyme und Zusatzstoffe können mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden. Zusätzlich werden immer mehr Aromen, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Süßstoffe im Futter verarbeitet. Dies wird möglich durch Enzyme, mit denen das Pferd diese Stoffe aufnimmt und nicht verweigert. Manche Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine sind in zu geringen Mengen im Tierfutter enthalten. Hier besteht für die Industrie die Möglichkeit Zusätze zuzufügen – ein wichtiger Aspekt im Kampf ums Überleben auf dem Weltmarkt. Für den Gesundheitszustand der Pferde ist das nicht immer optimal und manchmal sogar mit Problemen verbunden.

Für das Immunsystem sind Zusätze von Bedeutung, da sich durch sie in unser Puzzle-Bausteinsystem Fehler einschleichen können. Diese zeigt der Körper mit Ekzemen, Allergien, Futterunverträglichkeit, Darmproblemen mit Koliken, Übergewicht, Cushing-Syndrom, EMS, PSSM, Übersäuerung, Mauke, Raspe, Hautjucken, Husten und vielen weiteren Erkrankungen.

 

Bericht aus dem Printmagazin Hofreitschule 1/2013

 

Text: Susan Trompke
Therapeutische Ernährungsberaterin für Pferde und Hunde

Reikimeisterin

Schamanische Meisterschülerin

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