Fellwechsel beim Pferd – ein „Kraftakt“ für den Organismus

Die Nächte werden kälter und die Tage kürzer. Ein deutliches Zeichen für den Biorhythmus der Pferde ihr Sommerfell zu verlieren. Die kurzen, glatten Sommerhaare werden abgestoßen und durch zunächst kurze Winterhaare ersetzt. Nach und nach werden diese Haare länger und es bildet sich ein zweischichtiger Pelz aus langen Oberhaaren und plüschigen Unterhaaren. Erst im Laufe des Dezembers erreicht das Winterfell seine endgültige Ausprägung.

Im Fellwechsel wird das Fell der Pferde oft stumpf und die abgestorbenen Haare jucken die Vierbeiner. Ausgiebiges Schubbern und Wälzen hilft, lockere Haare loszuwerden. In dieser Zeit genießen sie das Putzen und Striegeln besonders.

Der Fellwechsel ist für das Pferd ein Kraftakt. Um die neuen Haare aufzubauen muss viel Eiweiß gebildet werden. Das ist für den Stoffwechsel eine enorme Leistung und daher verlieren schwerfuttrige Pferde oft Gewicht. Durch ein Erhöhen der Futterration kann man dem jedoch entgegenwirken. Das ist aber nicht bei allen Pferden nötig, denn ein gesundes und bedarfsgerecht gefüttertes Pferd steckt diesen Mehrbedarf an Spurenelementen gut weg.

Kranke und chronisch kranke Pferde leiden im Fellwechsel oft vermehrt, da die große Belastung des Stoffwechsels das Immunsystem schwächt. Besonders über die Lunge reagieren viele Pferde empfindlich sodass sich ein Husten entwickelt.

Verliert das Pferd seinen Winterpelz gar nicht oder nur fleckenweise, ist das ein wichtiges Warnsignal. Häufig stimmt dann etwas mit dem Stoffwechsel nicht. In diesem Fall also unbedingt mit einem Tierarzt sprechen und überprüfen lassen, ob das Pferd zum Beispiel unter dem Cushing Syndrom leidet. Aber auch ein Mineralienmangel kann den Fellwechsel verzögern.

Daher ist es wichtig zur Fellwechselzeit dem Pferd ausreichend immunstärkende und den Stoffwechsel fördernde Nahrungsbausteine bereitzustellen, um eine gute Fütterung zu ergänzen und das Tier aus einer möglichen Mangelernährung herauszuführen. Unzählige Nahrungsergänzungsmittel von verschiedenen Herstellern stehen dem Pferdehalter hier zur Verfügung.

Neben Energie und Protein (Aminosäuren) benötigt der Pferdekörper folgende Nährstoffe, um neue Haare bilden zu können:

✘ Vitamine, insbesondere Biotin,

✘ Schwefel (z.B. aus Methionin, MSM)

✘ Spurenelemente (v.a. Zink, aber auch Kupfer und Selen),

✘ nieren- und hautstoffwechselanregende Kräuter (z.B. Brennnessel, Ackerschachtelhalm)

✘ essenzielle Fettsäuren (z.B. aus Leinöl).

Ein Zufüttern von Mineralstoffen und Spurenelementen im Fellwechsel sollte immer gut durchdacht und individuell an das Pferd angepasst sein.

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