Stoffwechselempfindliche Pferde: Eine Herausforderung für Pferdebesitzer

PSSM 2, Variante 2, Muskelverspannung, stoffwechselstörung beim PferdMuskelverspannung bei einem Pferd mit PSSM 2, Variante 2

Pferde sind majestätische Tiere, die eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen können, sei es als Sportpartner, Freizeitbegleiter oder Arbeitstier. Wie bei jedem Lebewesen haben auch Pferde individuelle Bedürfnisse und gesundheitliche Anfälligkeiten. Einige Pferde leiden unter einer Stoffwechselstörung, die ihre Fähigkeit beeinträchtigt, Nährstoffe richtig zu verarbeiten. Diese Pferde werden als stoffwechselempfindlich bezeichnet.

Stoffwechselempfindlichkeit bei Pferden kann verschiedene Ursachen haben. Eine der häufigsten ist das Equine Metabolische Syndrom (EMS), das durch eine Insulinresistenz gekennzeichnet ist. Dies bedeutet, dass die Zellen des Pferdes nicht mehr auf Insulin reagieren und daher Glukose nicht effizient in Energie umgewandelt wird. Dies führt zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel und kann zu weiteren Komplikationen wie Hufrehe führen.

Ein weiterer Grund für stoffwechselempfindliche Pferde ist das Cushing-Syndrom, auch bekannt als PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction). Bei dieser Erkrankung produziert die Hypophyse des Pferdes zu viel Hormon ACTH, was wiederum den Stoffwechsel beeinflusst und zu Symptomen wie vermehrtem Durst, vermehrtem Urinieren und Muskelschwund führen kann.

Die Behandlung von stoffwechselempfindlichen Pferden erfordert eine sorgfältige Managementstrategie. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Kontrolle der Futteraufnahme. Stoffwechselempfindliche Pferde sollten eine begrenzte Menge an Heu oder Gras erhalten, das einen niedrigen Zuckergehalt aufweist. Es ist ratsam, das Grasen auf Weiden mit hohem Zuckergehalt zu vermeiden und stattdessen auf trockenes Heu umzusteigen.

Zusätzlich zur Futterkontrolle kann die Verabreichung von Medikamenten erforderlich sein, um den Stoffwechsel des Pferdes zu regulieren. Bei Insulinresistenz können beispielsweise Medikamente wie Metformin oder Leptin verwendet werden, um den Blutzuckerspiegel zu senken und die Insulinempfindlichkeit zu verbessern. Bei Cushing-Syndrom kann die Verabreichung von Pergolid helfen, den Hormonspiegel zu regulieren.

Die Hufpflege spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Da Hufrehe eine häufige Komplikation ist, sollten regelmäßige Hufkontrollen durchgeführt werden, um frühzeitig Anzeichen einer Entzündung oder Schädigung zu erkennen. Ein gut ausgebildeter Hufschmied kann dabei helfen, den Huf richtig zu trimmen und gegebenenfalls orthopädische Unterstützung anzubieten.

Die Besitzer stoffwechselempfindlicher Pferde müssen darauf achten, dass ihre Tiere ausreichend Bewegung erhalten. Regelmäßige Bewegung hilft, den Stoffwechsel anzukurbeln und das Gewicht zu kontrollieren. Im Handel werden spezielle Krippenfutter für stoffwechselempfindlichen Pferde angeboten.

 

So funktioniert der Stoffwechsel beim Pferd

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