Wie funktioniert der Stoffwechsel beim Pferd?

Der Stoffwechsel ist ein komplexer Prozess, der im Körper eines Pferdes abläuft und für die Aufrechterhaltung seiner lebenswichtigen Funktionen verantwortlich ist. Der Stoffwechsel umfasst eine Reihe von biochemischen Reaktionen, bei denen Nährstoffe in Energie umgewandelt werden.

Der Stoffwechsel beim Pferd beginnt mit der Aufnahme von Nahrung. Pferde sind Pflanzenfresser und ernähren sich hauptsächlich von Gras, Heu und gegebenenfalls Kraftfutter. Die Nahrung wird im Verdauungstrakt des Pferdes zerkleinert und durchläuft verschiedene Stationen, um die darin enthaltenen Nährstoffe zu extrahieren.

Der erste Schritt des Stoffwechsels findet im Maul statt, wo das Futter durch Kauen und Speicheln aufbereitet wird. Anschließend gelangt es in den Magen, wo es weiter zerkleinert wird und mit Magensäure vermischt wird. Im Dünndarm werden dann die meisten Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette aufgespalten und über die Darmwand ins Blut aufgenommen.

Die aufgenommenen Nährstoffe dienen als Energiequelle für den Körper des Pferdes. Kohlenhydrate werden zu Glukose abgebaut, die dann zur Energiegewinnung verwendet wird. Proteine werden in Aminosäuren zerlegt und dienen zum Aufbau von Gewebe wie Muskeln oder zur Produktion von Enzymen und Hormonen. Fette werden zu Fettsäuren abgebaut und können ebenfalls als Energiequelle genutzt werden.

Ein wichtiger Bestandteil des Stoffwechsels beim Pferd ist auch die Verdauung von Ballaststoffen. Pferde haben einen gut entwickelten Blinddarm und Dickdarm, in dem Bakterien leben, die in der Lage sind, Ballaststoffe zu fermentieren. Dabei entstehen flüchtige Fettsäuren, die vom Pferd als Energiequelle genutzt werden können.

Der Stoffwechsel beim Pferd ist eng mit dem Kreislaufsystem verbunden. Die aufgenommenen Nährstoffe werden über das Blut im Körper verteilt und zu den verschiedenen Organen und Geweben transportiert. Dort werden sie entweder zur Energiegewinnung verwendet oder für den Aufbau und die Reparatur von Gewebe eingesetzt.

Ein gesunder Stoffwechsel ist entscheidend für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit eines Pferdes. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und eine gute Versorgung mit Wasser sind wichtige Faktoren, um den Stoffwechsel eines Pferdes optimal zu unterstützen. Bei Problemen wie Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen oder Verdauungsproblemen sollte ein Tierarzt konsultiert werden, um eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Insgesamt ist der Stoffwechsel beim Pferd ein komplexer Prozess, der dafür sorgt, dass das Tier ausreichend Energie erhält und seine lebenswichtigen Funktionen aufrechterhalten kann. Eine gesunde Ernährung und ein aktiver Lebensstil sind entscheidend für einen optimal funktionierenden Stoffwechsel bei Pferden.

Wie erkenne ich eine Stoffwechselerkrankung und Stoffwechselstörung

Eine Stoffwechselstörung bei Pferden ist nicht das Gleiche wie eine Stoffwechselerkrankung beim Pferd. Trotzdem werden die Begriffe oft synonym gebraucht. Ist der Stoffwechsel gestört, äußert sich das in der Folge an Schäden der Zellen und der Organe. Wie genau die Auswirkungen sich zeigen, hängt davon ab, welche Störung genau vorliegt. Von Erkrankungen sprechen wir erst, wenn sich ein bekanntest Krankheitsbild manifestiert. Das kann sein:

  • Bei einem gestörten Kohlenhydratstoffwechsel die Krankheiten EMS und PSSM
  • Bei einem gestörten Fettstoffwechsel die Erkrankung Hyperlipidämie
  • Bei einer Störung im Kalziumstoffwechsel sind Verkalkungen der Sehnen das Krankheitsbild

Das sind allerdings nur einige Beispiele, die den Unterschied zwischen einer Stoffwechselerkrankung beim Pferd und der dahinterliegenden Stoffwechselstörung verdeutlichen sollen.

Welche Stoffwechselerkrankungen und Stoffwechselstörungen gibt es?

Es gibt einige Krankheitsbilder, die bis heute bekannt sind, und ein paar davon treten immer häufiger auf. Die vier häufigsten davon sind:

  • Das Equine Metabolische Syndrom, kurz EMS
  • Das Equine Cushing Syndrom, kurz ECS
  • Das Equine Fibromyalgie Syndrom, kurz EFMS
  • Die Kryptopuyrrolurie, abgekürzt als KPU

Um solche Störungen beim Pferd nachzuweisen, werden in der Regel Blut- und/oder Urintests durchgeführt. Diese Tests können jedoch nur Stoffwechselstörungen oder -erkrankungen feststellen und nicht vorhandene Organschäden, die möglicherweise erst spät erkannt werden.

Ein Beispiel dafür ist die Nierenfunktion. Im Blutbild zeigen sich Nierenwerte erst dann, wenn die Niere bereits bis zu 70 Prozent ihrer Funktion eingebüßt hat. Zu diesem Zeitpunkt ist sie nicht mehr funktionsfähig und es ist oft zu spät für viele Therapieansätze. Auch die Leber kann betroffen sein. Sobald die Organe geschädigt sind, gestaltet sich eine nachhaltige und schnelle Hilfe für das Pferd schwierig.

Daher ist es von großer Bedeutung, jede Stoffwechselerkrankung beim Pferd so früh wie möglich zu erkennen. Noch besser wäre es natürlich, die Entstehung einer solchen Störung bei Pferden von Anfang an zu vermeiden, sofern dies möglich ist.

Eine regelmäßige tierärztliche Untersuchung sowie eine ausgewogene Ernährung und angemessene Bewegung können dazu beitragen, das Risiko von Stoffwechselstörungen bei Pferden zu minimieren. Es ist wichtig, auf Veränderungen im Verhalten oder der körperlichen Verfassung des Pferdes zu achten und bei Verdacht auf eine Stoffwechselstörung sofort einen Tierarzt zu konsultieren.

Die rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Stoffwechselerkrankungen beim Pferd kann dazu beitragen, dass das Tier ein gesundes und aktives Leben führen kann. Es ist daher ratsam, regelmäßig mit einem Tierarzt zusammenzuarbeiten, um die Gesundheit des Pferdes zu überwachen und potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen.

 

 

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