Wozu benötigt ein Pferd Selen?

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Selen ist eines der Mengen- und Spurenelemente, die ein Pferd benötigt, aber nicht selbst herstellen kann. Es muss somit über das Futter aufgenommen werden.

Im Pferdekörper übernimmt das Spurenelement Selen ganz unterschiedliche Aufgaben. Eingebaut in verschiedene Proteine, die dann unter dem Begriff Selenoproteine zusammengefasst werden, ist es an unzähligen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt. Pferde nehmen Selen durch Fressen von Gras, Heu oder Heulage auf. Je nach Bodentyp, Ausgangsgestein und Bodenbeschaffenheit ist der Selengehalte im Boden von Region zu Region verschieden und somit auch im Gras nicht immer gleich hoch. Auch die Dünnung der Böden nimmt auf den Selengehalt im Raufutter Einfluss.

Die Symptome einer Unterversorgung

Eine Selen-Unterversorgung kann zu einer Schwächung der Infektionsabwehr, allgemeiner Leistungsschwäche sowie zu einer Degeneration der Muskulatur führen. Steifheit bis hin zu leichter Lahmheit und Störung des kompletten Stoffwechsels können die Folge sein. Darüber hinaus hat Selen Auswirkungen auf das Haar- und Fellwachstum. 

Da Selen durch seine Wirkung auf die Schilddrüsenhormone eine wichtige Rolle bei Wachstum und Entwicklung spielt, ist eine ausreichende Zufuhr bei Fohlen besonders wichtig. Dafür muss die Selenversorgung bei tragenden und laktierenden Stuten sichergestellt sein. Bei Fohlen, die nicht ausreichend mit Selen versorgt werden, können spezifische, degenerative Veränderungen an der Herz- und Skelettmuskulatur auftreten.

 

Wie stelle ich fest, dass mein Pferd eine Unterversorgung hat?

Achtung! Da eine Überversorgung recht gravierende Folgen für das Pferd haben kann, sollte die Selenversorgung wirklich genau geprüft werden. Die Schwelle zwischen Unter- und Überversorgung ist recht schmal und sollte nach dem täglichen Bedarf eines Pferdes individuell ermittelt und an die körperliche Beanspruchung angepasst werden.

Allerdings darf Selen deswegen nicht verteufelt werden -  es ist ein essenzielles Spurenelement und für das Pferd lebenswichtig.

Ein Blutbild ist eine verlässliche Methode, um den Versorgungsstatus von Selen beim Pferd zu untersuchen.

 

Wie viel Selen braucht mein Pferd? 

Der tägliche Selenbedarf eines Pferdes liegt bei 0,1 bis 0,2 mg je Kilogramm aufgenommener Trockensubstanz. Beispielsweise muss ein Pferd mit einem Gewicht von 600 Kilogramm, das circa neun bis elf Kilogramm Trockensubstanz zu sich nimmt, 0,9 bis 2 mg Selen pro Tag aufnehmen.

 

Vitamin E und Selen

Selen benötigt Vitamin E um für den Pferdekörper nutzbar zu sein, denn Selen kann ohne Vitamin E nicht agieren.  Das kann sich beispielsweise in sehr hohen Selenserumwerten widerspiegeln, die eigentlich keinen Überschuss an Selen, sondern einen enormen Mangel an Vitamin E aufzeigen. Pferde mit massivem Vitamin E Mangel wirken oft starr oder zeigen plötzliche Muskelkrämpfe. Ein Blutbild kann Klarheit über die eventuellen Mängel geben.

 

Zinkmangel

Weisen Pferde plötzlich ein Sommerekzem, Haarbruch oder Haarausfall auf, könnte das entweder auf einen Zinkmangel, ein Selenmangel oder auf eine Kombination von beidem hinweisen. Diese Kombination "Selen für Pferde" gibt es bei vielen Anbietern.

 

Was kann ich tun, um den Selenmangel auszugleichen?

Ist der Selenmangel durch eine Blutprobe bestätigt, sollte das Pferd durch Zugabe von speziell angereichertem Mineralfutter mit den fehlenden Spurenelementen versorgt werden. Natürliche Selenquellen sind vor allem Leinsamen und Rapssamen und in den Nebenprodukten wie Leinpresskuchen enthalten. Auch in Rote Beete und Nüssen ist Selen zu finden. Bierhefe und Weizenkleie sind ebenfalls zu erwähnen, da auch hier ein höherer Selengehalt von durchschnittlich 0,40 bis 0,71 mg/kg Trockenmasse gemessen wurden. Besondere Achtung ist geboten, wenn man erwähnte Futtermittel mit einem hochdosierten Selenpräparat oder Mineralfutter kombiniert. Die tägliche Bedarfsmenge sollte nicht überschritten werden.

 

Wichtig ist, dass Selen verantwortungsbewusst hinzu gefüttert wird, damit weder ein Mangel noch ein Überschuss, der ebenfalls gefährlich sein kann, entsteht. Am besten den Tierarzt oder die Tierärztin um Rat fragen.

 

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