Barockpferde

Unter die Bezeichnung Barockreiten fallen sämtliche Aktivitäten, bei denen ausschließlich Barockpferde zum Einsatz kommen.

Barockpferde sind Pferde unterschiedlicher Rassen, die hinsichtlich ihres Exterieurs den in der Barockzeit an den Höfen und Hofreitschulen Mitteleuropas eingesetzten Pferdetypen ähneln.

Sie haben oftmals den Ruf, sehr temperamentvoll und stark im Charakter zu sein. Je nach Rasse zeigen sie sich aber auch mit unterschiedlichen Wesenszügen und Eigenschaften. Während sich der Andalusier menschenbezogen, ausdauernd und ruhig zeigt, gilt ein Friese als zuverlässig und geduldig. Mentale Stärke, aber auch Mut und Gutmütigkeit werden beispielsweise dem Lipizzaner zugeschrieben. Die meisten Barockpferde präsentieren sich sehr talentiert in der Bewegung und führen fließende, weiche und erhaben wirkende Gänge vor. Aus diesem Grund eignen sie sich hervorragend für die Lektionen der Hohen Schule und sorgen bei der Dressur mit Übungen wie der Piaffe, Passage oder der Kapriole für Aufsehen.

Auf dieser Seite wollen wir die unterschiedlichen Rassen, Züchter, Vereine und Verbände vorstellen.

 

Spanish Norman Horse

Spanish Norman Horse

Barockpferde | Siekmann | 27.09.2017

Kräftig, ausdrucksstark, mit beeindruckenden Bewegungen und Sanftmut ausgestattet und dabei mutig und unerschrocken …

Weltweit gibt es etwa 300 Pferderassen. Dazu kommen Farbschläge und Partbreds. Da sollte für jeden Reiter das passende Pferd dabei sein. Denkt man. Stimmt aber nicht. Immer wieder wird mit Anpaarungen experimentiert und es werden neue Rassen erfunden. Der Aegidienberger zum Beispiel geht auf die Rassen Isländer und Paso Peruano zurück. Das Ziel war ein Pferd, das mit allen Gangarten und der vollen Mähne des Isländers ausgestattet ist, aber in der Größe deutlich darüber liegt. Durch die Rasse der Paso Peruanos, die ebenfalls Gangpferde sind, wurde Größe in die Zucht eingebracht. Das Gangpotenzial blieb dabei erhalten – zwei Zuchtziele waren damit vereint.

Freiberger

Freiberger Pferd

Barockpferde | SK | 28.04.2017

 

Jedes Jahr am zweiten Wochenende im August treffen sich in Saignelégier im Schweizer Kanton Jura Liebhaber des Freibergers zum Marché-Concours National de chevaux. Bei der seit 1897 stattfindenden Schau zeigen die Reiter auf Ihren Freiberger Pferden, was in Ihnen steckt. Wagenrennen mit römischen Streitwagen, mit zwei oder vier Pferden, oder Pferderennen, bei denen die jungen Reiter ohne Sattel und Steigbügel über die Bahn donnern. Immer im Mittelpunkt steht dabei das Freiberger Pferd, auch bekannt unter dem Kürzel FM, welches das Hochplateau der Freiberge (Franches-Montagnes) bezeichnet. Mehrere zehntausend Zuschauer lassen sich dieses Spektakel rund um diese fast vergessene Pferderasse, die im Wandel der Zeit immer wieder neue Liebhaber fand, nicht entgehen.

Der Knabstrupper

Knabstrupper

Barockpferde | Melanie Enk / SK | 17.06.2017

 

„Ich hab' ein Haus, ein kunterbuntes Haus, ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus.“, singt Pipi Langstrumpf in den Filmen von Astrid Lindgren. Ihr „Kleiner Onkel“ gilt als einer der berühmtesten Knabstrupper der Welt – fälschlicher Weise. Denn tatsächlich handelte es sich hier  um einen bemalten Schimmel, der nur wegen den auffälligen Punkten den Knabstruppern zugeordnet wurde. Dass die Knabstrupper keine reine Farbzucht sind und auch mit ihrem einzigartigen Charakter und einer aufregenden Zuchtgeschichte punkten können, ist den wenigsten bewusst.

Frederiksborger Pferde heute

Frederiksborger Pferde, Anja Beran und Sirius

Barockpferde | Inka Bennemann | 16.06.2017

Die heutige Zucht des Frederiksborgers bringt verschiedenartige Typen hervor, die sich aus der Zuchtgeschichte der Rasse ergeben (Schulpferd Renaissance/Barock, Kavalleriepferd, Bauernpferd/Arbeitspferd, Fahrpferd, Sportpferd). Vorrangig handelt es sich meist um Mischungen der unterschiedlichen Rassetypen. Obwohl im Verbandsreglement des FHF festgeschrieben ist, dass man ”das einzigartige Exterieur schützen und bewahren und dieses so nah wie möglich an die klassische Prägung des Frederiksborgers heranreichen soll”, sieht das gegenwärtige Zuchtziel in der Praxis so aus, dass hauptsächlich Frederiksborger als zuchttauglich anerkannt werden, die im Warmblut- und Sportpferdetyp stehen. Tatsächlich gelingt es immer mehr Frederiksborger Pferde in den Sport zu bringen, das Springvermögen einiger Hengste ist enorm und die Dressurveranlagung zu „hohen“ Gängen mit großer Aktion seit “Totilas“ wieder modern.

In den letzten 10 Jahren ist die Aufmerksamkeit aus unterschiedlichen Interessen (Reit- und Fahrsport, Tradition, Barockreiten, Freizeitreiten) im In- und Ausland gestiegen, sodass es heute Frederiksborger Pferde in mehreren skandinavischen und europäischen Ländern und sogar auch in den USA gibt. Allerdings schlägt auch die europäische Wirtschaftskrise zu: Es wird weniger gezüchtet und viele der Jungpferde, die keinen Käufer finden, landen beim Händler oder auf dem Schlachthof.

 

Geschichte der Frederiksborger

Frederiksborger Pferde

Barockpferde | Inka Bennemann | 16.06.2017

Nur wenige Pferdeinteressierte kennen die Rasse überhaupt und wenn, dann meist im Zusammenhang mit den farbenprächtigen Knabstruppern, deren ursprüngliche Ahnen die Frederiksborger Pferde waren. Fatal ist, dass die dänischen Königspferde schon seit Jahren zu den vom Aussterben bedrohten Haustierrassen gehören. Für eine kleine Restpopulation, die keine Lobby besitzt, bedeutet das den Untergang.

Bei den aus Dänemark stammenden Frederiksborger Pferden handelt es sich um eine der ältesten Barockpferderassen der Welt. Die „Regulus-Linie“ geht auf das Jahr 1690 zurück und ist bis heute in den Zuchtbüchern nachweisbar. Nicht nur in ihrem Ursprungsland Dänemark war die Rasse zur Zeit der Renaissance und des Barock ein beliebtes Prestigeobjekt der Könige. Auch in den größten europäischen Königshäusern repräsentierten die „Dänen“ ästhetische Eleganz, große Veranlagung für die Hohe Schule und Gelehrigkeit.

Kladruby nad Labem – die Wiege der Alt-Kladruber

Altkladruber

Barockpferde | Ing. Dalibor Gregor und Ing. Milan Vitek | 24.02.2017

Das Landgestüt in Kladruby nad Labem, weltweit eine der ältesten Zuchtstätten, wurde vor 430 Jahren gegründet und wird auch heute noch aktiv betrieben. 100km östlich von Prag, nicht weit entfernt von der Stadt Pardubice in der Schwemmebene der Elbe, liegt die kleine Stadt Kladruby nad Labem. Hier ist das Zuhause des Alt-Kladrubers, dieser wundervollen tschechischen Pferde-Rasse, die einzigartig ist in ihrer vergleichsweise verschwenderischen Schönheit - und dies sowohl im Geschirr wie in der Show. Um die Bedeutung der Zuchtstätte Kladruby nad Labem zu verstehen, ist es sinnvoll einige historische Verbindungen zu erwähnen.

Ponys ganz groß!

Ponys

Ponys | Dr. Ruth Katzenberger | 04.02.2017

 

Ponys sind kleine, dicke Rasenmäher? Von wegen! Als Beistellkumpel für das „richtige“ Pferd fristen Ponys häufig ein tristes Dasein. Sie gelten als robust und sind oft billig in der Anschaffung. So wird nicht selten vorschnell ein Pony angeschafft: für die ersten Reitversuche der Kinder, die bald zu groß für das Pony werden, oder als Gesellschafter für das Reitpferd. Wenn sich die kleinen Vierbeiner dann langweilen, werden aus den Knutschponys in Windeseile kleine Rotzlöffel, die ihren Dickschädel zeigen. Beschäftigt man sich aber hinreichend mit den kleinen Pferden, bekommt man einen wunderbaren Freizeitpartner. Die gemeinsame Zeit mit dem Pferd im Kleinformat kann auch jenseits des Reitens sinnvoll, abwechslungsreich und mit viel Spaß und Freude gestaltet werden.

Iberische Pferde kaufen - worauf sollte man achten

Iberische Pferde kaufen

 

 

Barockpferde | Rebecca | 07.12.2016

Die Leidenschaft für barocke Pferde nimmt in der Reiterwelt stetig zu. Diesen Trend kann man auch in Deutschland beobachten. Gerade die iberischen Pferde sind aufgrund ihrer Schönheit gepaart mit einem soliden Charakter und ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sehr beliebt.

Iberische Pferde

Andalusier

Barockpferde | Rebecca | 09.11.2016

Wenn man sich mit Pferderassen befasst, die auf der iberischen Halbinsel ihren Ursprung finden, stolpert man zunächst über vier Begriffe: Andalusier, Kartäuser, Pura Raza Espanola (PRE) und Lusitano. Die drei ersten stammen, wie der Name schon sagt, aus Spanien, der Lusitano aus Portugal. Den Begriff „Iberer“ sollte man nur benutzen, wenn man von allen diesen, auf der iberischen Halbinsel angesiedelten Pferderassen spricht.

Eines ist den iberischen Pferden mit Sicherheit gemein: Sie gelten als Prototypen des Barockpferdes, mit quadratischem Körperbau, harmonischer, bogenförmiger Oberlinie und hoch aufgesetztem, muskulösem Hals.

Lusitano

Lusitano

Barockpferde | Rebecca | 01.12.2016

 

Die Bezeichnung Lusitano stammt aus der römischen Bezeichnung „Lusitanien“ (154 v. Chr.) für das Gebiet des heutigen Portugal.

Genetisch gesehen haben Lusitano und Andalusier dieselben Erben und Vorfahren. Erst im Jahr 1967 erfolgte eine Trennung der Stutbücher in Pura Raza Española und Pura Raza Lusitania. Einkreuzungen sind von Seiten beider Länder nicht mehr erlaubt. 

Als Urform der iberischen Pferde gilt das Sorraiapferd, ein falbfarbenes Wildpferd, welches Anfang des 20. Jahrhunderts in Portugal entdeckt wurde. Gemäß Genanalyse ist das Sorraiapferd näher mit Tarpan (eurasisches Wildpferd) und Konik (polnisches Landpony) verwandt, als mit dem Przewalski-Pferd, welches bislang als Vorfahre aller Hauspferderassen bezeichnet wurde. Eine mögliche Erklärung für den Unterschied zwischen iberischen und mitteleuropäischen Pferdetypen

Das Kartäuserpferd

Yeguada de la Cartuja

Barockpferde | Rebecca | 22.11.2016

 

Das Kartäuserpferd (span. Cartujano) bezeichnet eine bestimmte Linie innerhalb der reinen spanischen Rasse. Aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte gilt diese Zuchtlinie  als besonders wertvoll und rein. Ein kurzer geschichtlicher Hintergrund:

Die Kartäusermönche führten im Mittelalter ein florierendes Kloster in Jerez de la Frontera (kann noch heute besichtigt werden). Vom spanischen Königshaus bekamen sie 4000 Hektar Land vermacht mit dem Auftrag ein Gestüt zu gründen. Die Mönche legten großen Wert auf die Reinzucht ihrer spanischen Pferde und missachteten dabei sogar den Wunsch des Königs nach Einkreuzung französischer Pferde Napoleons.

Pura Raza Española (PRE)

Jose Antonio Garcia Mena mit Norte Lovera

Barockpferde | Rebecca | 14.11.2016

 

Kontrollorgan für Zuchtbestimmungen in Spanien ist das spanische Verteidigungsministerium mit seiner Unterabteilung Cría Caballar (dt. Pferdezucht). Sie legte im Jahr 1912 die Rassebezeichnung PURA RAZA ESPANOLA (kurz PRE, dt. reine spanische Rasse) fest. Ziel ist bis heute die Reinerhaltung der Blutlinien durch Verbot von Einkreuzung fremder Pferderassen. Nur spanische Pferde mit nachgewiesener Abstammung, die im Zuchtbuch registriert sind, dürfen als PRE bezeichnet werden. Und nur Hengste und Stuten, die eine Körung absolviert und bestanden haben, werden zur Zucht zugelassen.   

Andalusier

Andalusier

Barockpferde | Rebecca | 09.11.2016

 

Das spanische Pferd hatte lange Zeit keine spezifische Bezeichnung, sondern wurde nach dem Gebiet benannt, indem es vorwiegend gezüchtet wurde, Andalusien. Heutzutage bezeichnet man spanische Pferde mit halben oder ohne Papiere als Andalusier (el caballo andaluz) und Pferde mit Papieren als PRE (Pura Raza Española).

Rassetypisch für das spanische Pferd ist ein edel geformter Kopf und Körperbau, mittleres Stockmaß, ein breiter Rumpf, lange Mähne und ein tief angesetzter, dichter Schweif.

Die Farbe der „Königspferde“

Cremello

Barockpferde | SK | 03.11.2016

 

Schon mal was von Cremellos, Perlino oder Smoky Cream gehört? In früheren Zeiten wurden diese „Weißgeborenen Pferde“ verehrt und waren etwas ganz Besonderes. Könige und Adelige gaben Unsummen für die „Königspferde“ aus und kamen aus der ganzen Welt zu den Auktionen. Kein Wunder, denn Pferde mit dieser Farbgebung sind ein echter Hingucker. Denn die Haut, das Maul und die Nüstern sind rosa gefärbt während ihre Augen in einem seltenen Blau erstrahlen. Ihre Optik haben diese Pferde dem Creme-Gen (Cr) zu verdanken. Eigentlich weiß geboren, sorgen die zwei aufhellenden Creme-Gene (Cr) dafür, dass jegliche Farbe aufgehellt wird. Wer diese Pferde als Albinos bezeichnet irrt allerdings, denn in der Haut, im Fell und in den Augen sind Farbpigmente vorhanden, sie sind lediglich extrem hell.

Clydesdale – ein echter Schotte

Die kraftvollen und großen Clydesdales wurden im 18. Jahrhundert in Schottland im Tal des Flusses Clyde gezüchtet. Die Rasse ist in den USA bekannt geworden, da der Bierhersteller Anheuser-Busch sie in Werbespots für die Marke Budweiser als Zugpferd zeigt und als Maskottchen benutzt.