Pferde und Wölfe - eine gefährliche Kombination?

Wölfe und Pferde

Stall und Weide | Rebecca | 22.06.2018

Zusammentreffen zwischen Wolf und Pferd

Aufgrund des vermehrten Wolfvorkommens in Deutschland und deren Auftauchen an Schafweiden, stellt sich nun die Frage, welche Situation entsteht, wenn sich Wölfe auch in der Nähe von Pferdekoppeln aufhalten.

Über das Verhalten von Pferden gegenüber Wölfen gibt es viele verschiedene Ansichten und Meinungen. Ein klar belegtes Ergebnis gibt es allerdings bisher nicht. Aufgrund der unterschiedlichen Einstellungen zum Thema Wolf in Deutschland ist eine sachliche Diskussion zur Konfliktbearbeitung gefragt.

Aus diesem Grund wurde in Niedersachsen der "Arbeitskreis Pferd und Wolf" gegründet. Er besteht aus unabhängigen Wildtier- und Pferdeexperten. Diese haben gemeinsam mittels Voruntersuchungen ein Konzept erarbeitet und auf dessen Grundlage eine zweijährige Studie zur wissenschaftlichen Dokumentation und Analyse der Interaktion von Pferd und Wolf ins Leben gerufen. Das Projekt wird geleitet von Prof. Konstanze Krüger, einer international renommierten Expertin für Pferdepsyche und Pferdeverhalten von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen.

Die Projektgrundlage

Ausgangspunkt für die Studie des "Arbeitskreises Pferd und Wolf" sind die Fragestellungen, wie Pferde auf die Anwesenheit von Wölfen reagieren und welche Möglichkeiten Pferdebesitzer haben, ihre Tiere vor einer möglichen Gefährdung durch Wölfe zu schützen.

Die Haltungsbedingungen bei Pferden unterscheiden sich schon durch die Art der Zäune von den Haltungsbedingungen bei Schafen. Vermutlich unterscheidet sich auch das Abwehrverhalten von Pferden deutlich von dem anderer Nutztiere. Sie sind wehrhafter, verteidigen sich durch schlagen mit den Vorder- und Hinterbeinen oder reagieren mit ihrem Fluchtreflex, der sie ebenfalls schützen kann. Da es hierzu jedoch bisher kein gesichertes Wissen gibt, ist die Untersuchung des Arbeitskreises wichtig.

Studiendurchführung

Die Studie ist wie folgt geplant: In einem Untersuchungsgebiet im Raum Winsen soll ab Herbst 2018 die Anwesenheit von Wölfen an der Pferdeweide eines grossen Pferdebetriebs mittels Wildtierkameras (Fotofallen) dokumentiert werden. Des Weiteren werden die Bewegungsmuster der Pferde in den verschiedensten Situationen mittels GPS-Tracking verfolgt. So soll ermittelt werden, wie Pferde tatsächlich auf die Anwesenheit von Wölfen reagieren und welche Massnahmen gegebenenfalls zum Schutz der Pferde erforderlich sind.

Ziel der Studie soll ein möglichst friedfertiges und gefahrenfreies Zusammenleben von Mensch, Wolf und Pferd sein. Aus diesem Grund gab es am 25. April eine Informationsveranstaltung über das Projekt für die Anwohner des Untersuchungsgebiets. Überdies werden sich der Arbeitskreis und die Anwohner regelmässig über den Verlauf der Untersuchung austauschen.

 

Hat ihnen dieser Bericht gefallen?

Konnten sie daraus neue Einsichten gewinnen? Wenn ja, dann würden wir uns freuen, wenn sie den Fortbestand unseres Magazins durch eine Spende sichern.


Spenden Sie uns eine Tasse Kaffee!