Ein Blick hinter die Kulissen der SRS

Spanische Hofreitschule, SRSDer Erhalt der sechs klassischen Hengststämme sowie er 17 klassischen Stutenfamilien der Lipizzaner ist die Aufgabe des österreichischen Bundesgestüts Piber ebenso wie die Bereitstellung geeigneter Hengste für die Spanische Reitschule in Wien.

Warum werden seit fast zwanzig Jahren erfolgreiche Geschäftsleute  zur Leitung der Spanischen Reitschule berufen und nicht Fachleute für die klassische Dressur wie sie seit den Zeiten des Barocks in Wien gepflegt wurde?

Die Antwort findet sich in der unseligen Verbindung der „Spanischen“ mit den Bundesgestüt Piber. Diese begann 1985 als der Leiter des Bundesgestüts Piber ebenfalls zum Direktor der Spanischen Reitschule bestellt wurde. Jaromir Oulehla war unbestritten ein Fachmann, der wissenschaftliche Erkenntnisse in die Lipizzanerzucht einfließen ließ; der den Pferdebestand zur Verbreiterung des Genpools aufstockte, die Betreuung der Pferde optimierte und eine Samenbank der besten Hengste anlegte. Auch  in Wien führte er sportwissenschaftliche Untersuchungen ein, um eine Überlastung der Hengste zu verhindern. Die Zahl der Vorführungen wurde streng auf die Leistungsfähigkeit der Pferde abgestimmt.

Soweit so gut, doch die ministerielle Entscheidung, dass von nun an die Hengste mit den Einnahmen aus den Vorführungen auch das Gestüt Piber finanzieren sollten führte zur aktuellen finanziellen Misere. Schließlich hat Piber nicht nur die Aufgabe Hengste für Wien bereitzustellen, das Gestüt soll auch die verbliebenen 17 klassischen Stutenfamilien und 6 Hengststämme erhalten. Dazu müssen aber weit mehr Lipizzaner gehalten und gezogen werden, als das für die Bedürfnisse der Hofreitschule notwendig wäre. Die Finanzierung dieses kulturellen Erhaltungsprojekts der ältesten Kulturpferderasse ist mehr als die Hengste stemmen können.

Als sie nur die Spanische Reitschule selbst erhalten mussten machten die Lipizzaner – mit weitaus weniger Vorführungen - alljährlich ein beträchtliches Plus. Die Kritiker fordern eine stärkere staatliche Finanzierung und schlagen deshalb vor die „Spanische“ künftig im potenten Kulturstaatssekretariat anzusiedeln. Schließlich ist die über 450 Jahre alte Institution 2015 zum Weltkulturerbe erhoben worden.                                                                                    Barbara Schulte

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