Women only! - Der Frauensattel

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„Hauptsache der Sattel passt dem Pferd – ich gewöhn mich schon dran!“ Auf der Suche nach einem passenden Sattel macht manch ein Reiter Abstriche. Dabei lohnt es sich einen genauen Blick auf das Bindeglied zwischen Reiter und Pferd zu werfen – denn auch beim Reiter gilt es die Anatomie zu beachten. Historisch bedingt sind die meisten Sättel auf die Statur des Mannes angepasst. Dabei überwiegt mittlerweile der Anteil der Frauen im Reitsport. Was liegt da näher als ein Sattel speziell für Frauen?

Frauensättel berücksichtigen die Anatomie der Frau und ermöglichen der Reiterin einen korrekten und losgelassenen Sitz zu erlangen. Beim korrekten Sitz nimmt der Reiter auf dem Dreieck Schambein und Sitzbeinhöcker Platz, das durch die Beschaffenheit des Beckens geprägt wird. Ausladende, flache Beckenschaufeln, ein tiefes Schambein und weit auseinanderliegende Sitzbeinhöcker kennzeichnen das Becken der Frau. Im Vergleich zeigt das männliche Becken schmale, steile Beckenschaufeln, einen geringen Abstand zwischen den Sitzbeinhöckern und ein hohes Schambein. Die Hüftgelenkspfanne der Frau liegt hingegen weiter vorn, das Steißbein ist kürzer und der Schambeinast flacher als beim Mann. Das so entstandene Dreieck des korrekten Sitzes der Frau im Sattel entspricht folglich einem anderen Winkel. Doch was für Auswirkungen haben diese anatomischen Unterschiede beim Reiten? In herkömmlichen Sätteln führen sie bei Frauen oftmals zur klassischen Beschwerde des „Wundreitens“. Das tiefe Schambein stößt gegen den Vorderzwiesel. Durch die Ausrichtung der Hüftgelenkspfannen nach vorne wird es in regulären Sätteln mit breiter Satteltaille für die Frau schwierig die gerade „Schulter-Hüfte-Ferse-Linie“ zu erreichen. Das Bein kann nicht aus der Hüfte heraus in diese Linie fallen. Oft sitzen die Reiterinnen zudem auf der Kedernaht. Daher benötigen Frauensättel eine schmale Satteltaillierung. Während der Mann durch seine Anatomie und die V-Form des Beckens auf einem Zweifußgestell sitzt, entspricht die korrekte Sitzposition der Reiterin einem Dreifußgestell. Eine breite Sitzfläche für die weiter auseinander stehenden Sitzbeinhöcker ermöglicht im Frauensattel einen komfortableren Sitz. Eine zusätzliche Polsterung an den entsprechenden Auflagestellen verstärkt ein angenehmes Sitzgefühl ohne Druckstellen. Durch den korrekten Sitz der Reiterin profitiert auch das Pferd unter dem Sattel. Denn nur ein locker sitzender Reiter ermöglicht es dem Pferd in der Bewegung über den Rücken zu schwingen.

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